Belvedere

Bezeichnung für das Sommerschloß, das sich Prinz Eugen von Savoyen zw. Rennweg und Schweizergarten errichten ließ. Die Bezeichnung, die auf die einmalige Aussicht über Wien Bezug nimmt, stammt erst aus der Zeit Maria Theresias. Prinz Eugen kaufte 1697 ein Grundstück am Rennweg, das er bis 1721 in 4 Etappen auf das heutige Areal erweiterte.

Zw. 1714 und 1716 entstand das Untere Belvedere. Es ist ein langgestreckter Erdgeschoßbau, aus einem 7achsigen Mittelrisalit, 2 Flügelbauten und 2 Eckpavillons gestaltet. Der 3achsige Mittelpavillon beherbergt den Marmorsaal. Das Schloß diente dem nur selten in Wien weilenden Bauherrn während der Sommermonate als Lustschloß. Erst 1720 begannen die Bauarbeiten für das Obere B. Erste Pläne dafür gab es schon 1717. Das in seiner Ausdehnung und Formensprache im Vergleich zum Unteren B. bes. prachtvolle Obere B. diente v. a. als repräsentativer Ort für glanzvolle Empfänge und Festlichkeiten. Die Baugeschichte des B. ist durch den Verlust des Eugenianischen Bauarchivs im Detail nicht lückenlos zu erforschen. 1723(nach Rizzi 1721/22) gilt das Obere B. als vollendet. Der Architekt J. L. v. Hildebrandt, der wiederholt für den Prinzen Eugen tätig war, hat mit dem Bau des B. sein Hauptwerk geschaffen. Es zählt in seiner vielgestaltigen architekton. wie bauplast. Gliederung zu den bedeutendsten Barockbauten des 18.Jh.

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